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Altenholz verpasste ersten Matchball | Drucken |
Geschrieben von Kieler Nachrichten / ra   
16.05.2011 | 18:42
Altenholz verpasste ersten Matchball

Handball-Zweitligist unterlag Empor Rostock mit 29:30 – Relegation nur noch mit fremder Hilfe möglich

Von Ralf Abratis
Altenholz. Die Handballer des TSV Altenholz haben den ersten Matchball zum Erreichen der Zweitliga-Relegation vergeben und sind auf den zwölften Platz abgerutscht. Trotz klarer Führung unterlagen die „Wölfe“ vor heimischem Publikum gegen HC Empor Rostock 29:30 (15:13) und sind damit am letzten Spieltag auf fremde Hilfe angewiesen, um im Fernduell an Dessau vorbeiziehen zu können. Es mangelte am Sonnabend vor 550 Zuschauern nicht an Engagement, es mangelte auch nicht an der Unterstützung der Fans. Was fehlte, war die nötige Cleverness, um eine klare Führung zu sichern oder in der Endphase zumindest noch ein Remis zu erspielen. Nach einer Startviertelstunde mit knappen Rückständen erzielte Moritz Weltgen per Tempogegenstoß die erste Führung zum 8:7 (16.). Es war der Startschuss für die stärkste Phase. Bevan Calvert, erneut Weltgen und Sebastian Opderbeck mit zwei Treffern warfen zwei Vier-Tore-Führungen heraus (11:7, 12:8). Es war aber auch die Phase der Leichtfertigkeit. Rasmus Gersch und Thorben Plöhn knallten bei Tempogegenstößen den Ball an die Latte, Lars Bente an den Pfosten. Das rächte sich bitter. Bis zur Halbzeit war Rostock wieder auf zwei Treffer dran, und nach der Pause stellte die Gäste-Abwehr auf eine aggressive Formation gegen Weltgen um. Und ohne ihren Denker und Lenker ging den Altenholzern schnell die klare Linie verloren. Bälle wurden verstolpert, abgefangen oder aus wenig aussichtsreicher Position geworfen, nur um Rostocks guten Schlussmann Oliver Schröder weiter zu stärken. TSVA-Spielertrainer Torge Greve versuchte, wieder Ruhe in das Spiel zu bringen, ließ den Ball mit viel Kreuzen durch die eigenen Reihen laufen, wechselte sich selbst ein. Doch mit einem Fehlwurf und einem Ballverlust konnte auch er nicht zur Beruhigung beitragen. Stück für Stück spielte sich Rostock wieder in die Führungsposition. Und die Aktionen auf dem Parkett wurden giftiger. Immer wieder wälzte sich ein Rostocker Angreifer am Boden – bisweilen etwas zu theatralisch. So etwa der dreifache Torschütze Krzysztof Gorniak nach einer Attacke von Tom Wetzel. Er krümmte sich scheinbar schmerzerfüllt am Boden, sprang wieder auf, um seinen Kontrahenten anzugehen, und ging sogleich wieder zu Boden. Abschütteln ließen sich die Hausherren nicht. Wetzel und Weltgen, der von der Siebenmeter- Linie eine hundertprozentige Quote verbuchte, sorgten in der Schlussphase für die TSVA-Tore. Mit Weltgens Anschlusstreffer (29:30) war 26 Sekunden vor dem Ende wieder alles offen. 15 Sekunden vor Schluss nahm Rostock eine Auszeit, zehn Sekunden vor Schluss hatten die Gäste den Ball vertändelt. Doch die „Wölfe“ wirkten unschlüssig, zögerten. Schließlich kam der Ball zu Tom Wetzel, der aber den Pass nicht unter Kontrolle bekam. Rostock ging dazwischen, sicherte sich den Ball und den Sieg. „Natürlich ist nach so einem Spiel Frust dabei. Es ist uns nicht gelungen, Ruhe in das Spiel zu bringen. Wir haben zu viele Chancen verschossen und uns zu sehr in Eins-gegen- Eins-Situationen aufgerieben“, sagte Greve. „Aber ich habe der Mannschaft auch gesagt, dass sich nichts geändert hat: Wir holen die Punkte zur Relegation in Edewecht.“

TSVA: R. Wetzel (1.-40. und 50.-60. Minute, 9 Paraden), Hossner (40.- 50. Min.) – Flindt, Bente (1), Calvert (3), Drecke (1), Opderbeck (4), Schwarz (2), Weltgen (12/5), Plöhn (3), Plähn, T. Wetzel (3), Gersch.
Rostock: Herold (1.-20. Min., 2), Schröder (20.-60., 15) – Bruna (1), Gorniak (13), Dethloff (3), Höwt, Ladig (3/1), Gruszka (2), Gudz, Thormann (1), Göde (7).
SR: Berning/Thiemann (Borghorst) – Siebenmeter: TSVA 5/5, Rostock 1/1 – Zwei-Minuten-Strafen: TSVA 4 (Opderbeck, Schwarz, Wetzel 2x), Rostock 4 (Gudz, Göde, Höwt 2x) – Spielfilm: 1:3, 3:5, 8:7 (16.), 11:7, 12:8, 15:13 (30.), 17:14, 17:17, 19:19, 22:21, 22:24 (46.), 23:25, 27:28, 29:30 (60.) – Zuschauer: 550

Quelle: Kieler Nachrichten
www.kn-epaper.de

 

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