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Brykner trifft in Sprechers Schuhen | Drucken |
Geschrieben von Mitteldeutsche Zeitung   
29.08.2011 | 11:47
DESSAU-ROSSLAU/MZ/SB. DESSAU-ROSSLAU / MZ / SB- Die Entwarnung kam fünf Minuten vor dem Anpfiff. Es geht. Irgendwie. Das Knie gepolstert, die Wade mit einem Tape gesichert, stand Armands Uscins kurz vor 20.30 Uhr auf dem Parkett der Anhalt-Arena.

Uscins nicht bei 100 Prozent

"Auch wenn Armands nicht bei 100 Prozent war", sagte Trainer Georgi Swiridenko zwei Stunden später. "Ohne ihn wäre es heute noch schwerer geworden." 25:18 hatte der Dessau-Roßlauer HV gerade gegen einen starken TSV Altenholz gewonnen. Sechzig Minuten hatte Uscins auf dem Parkett gestanden. Zwei Tore waren ihm gelungen. Swiridenko war trotzdem besorgt. "Die Verletzung kann jederzeit aufbrechen."

Der erfolgreiche Saisonstart sorgte für Erleichterung im Dessau-Roßlauer Lager. "Es ist immer wieder erstaunlich, was die Altenholzer für eine Mannschaft zusammenbekommen", atmete der souverän spielende Patrick Heddrich nach dem Sieg in dersten Hauptrunde des DHB-Pokals tief durch. Der Kapitän des Dessau-Roßlauer HV hatte am Freitag beim 24:27 im Champions-Cup-Spiel gegen Skjern Handball komplett durchgespielt - und war auch gegen Altenholz sechzig Minuten auf dem Parkett. "Jetzt", sagte der siebenfache Torschütze Heddrich, "geht wirklich nicht mehr viel."

Das Pokalspiel war - eingebettet in den strapaziösen Champions Cup - ein Abnutzungskampf, bei dem die 500 Fans am Sonnabend in der Anhalt-Arena stets fürchteten, Dessau-Roßlau könnten irgendwann die Kräfte ausgehen. Das Dilemma war: Ein Teil der Mannschaft hatte um 16 Uhr in Weißenfels gegen den slowenischen Europapokalsieger Cimos Koper gespielt - und war beim 22:43 chancenlos. Der andere Teil saß nur auf der Tribüne. Daniel Holtz, Martin Pratersch und Falko Müller konnten verletzt nur zuschauen und wurden schmerzlich vermisst. Der Stammsechser musste es gegen Altenholz richten - und schaffte das mit einem Kraftakt.

Zwei Dinge waren dafür verantwortlich. Die Abwehr stand sicher. Vor allem, nachdem Georgi Swiridenko Rechtsaußen Tomas Pavlicek auf der Halbposition decken ließ. "Der kann das", hatte der DRHV-Trainer schon vorab erklärt. Pavlicek stellte das eindrucksvoll unter Beweis. Und hinter der Abwehr steigerte sich Andreas Sprecher vor allem in der zweiten Halbzeit. Vier abgewehrte Siebenmeter, über ein Dutzend starker Paraden: Sprecher ist rechtzeitig zum Saisonstart in gewohnter Form.

Trotzdem war Altenholz ein spielstarker, unbequemer Gegner, der bis zum 15:14 (39.) Anschluss hielt. Weil Dessau-Roßlau sich offensiv ein paar Unkonzentriertheiten zu viel leistete. Aber auch, weil die Unparteiischen Martin Thöne / Marijo Zupanovic ihre Bestrafung fast schon traditionell recht einseitig verteilten - gegen Dessau-Roßlau. Der Gastgeber hatte am Ende sieben Zeitstrafen und einen Siebenmeter auf der Haben-Seite. Altenholz hatte eine Zeitstrafe (wegen eines Wechselfehlers) und fünf Siebenmeter erhalten. Am Ende war es Ladislav Brykner, der nach der 40. Minute mit vier Toren fast im Alleingang für eine Vorentscheidung sorgte. Nach dem 20:15 (52.) brachte der Dessau-Roßlau den verdienten Sieg nach Hause.

Reserven auf der rechten Seite

Sieben Tore standen am Ende in der Statistik des tschechischen Linkshänders. Georgi Swiridenko blieb trotzdem zurückhaltend. "Das war alles ziemlich ungestüm, wild fast", sah der Trainer noch viele Reserven im Zusammenspiel. Die Konkurrenz wird diese Tatsache eher beunruhigen.

Einer freute sich besonders über Brykners Tore: Torwart Andreas Sprecher. Zwei komplette Turnschuhe hatte Dessau-Roßlaus neuer Linkshänder in der ersten Halbzeit zerschlissen, komplett aufgerissen an der Seite. "Made in China", grinste Heddrich. Das Problem war, dass der Tscheche keinen Ersatz dabei hatte. "Als erfahrener Spieler habe ich immer zwei Paar in der Tasche", berichtete Torwart Sprecher, der mit Brykner die Schuhgröße (11) gemeinsam hat. Sprecher rückte seine Schuhe raus, Brykner traf. Ob Sprecher seine Schuhe zurückbekommt, muss noch geklärt werden.

Dessau-Roßlauer HV Sprecher, Hoffmann - Brykner 7, Lux 4, Heddrich 7, Uscins 2, Rudow 3 / 1, Pavlicek 2, Alisch, Fischer
Letzte Aktualisierung ( 29.08.2011 | 11:49 )
 

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