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Geschrieben von Mitteldeutsche Zeitung, VON STEFFEN BRACHERT
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27.08.2011 | 09:54 |
Dessau-Rosslau/MZ. An diesem Wochenende Prioritäten zu setzen, das ist für den Handball-Fan nicht ganz einfach. Champions Cup oder Pokal? Pokal oder Champions Cup? Sportlich ist die Sache für Georgi Swiridenko eindeutig. "Wir wollen", sagt der Trainer des Drittligisten Dessau-Roßlauer HV, "unbedingt die zweite Runde im DHB-Pokal erreichen."
Jahrelange hatte der Dessau-Roßlauer HV mit Fortuna gehadert, weil die Glücksgöttin dem Verein im Pokal meist Pech und damit irgendwelche undankbaren Auswärtsspiele bescherte. In diesem Sommer aber war alles anders: Der Dessau-Roßlauer HV bekam nicht nur ein Heimspiel zugelost, sondern mit dem TSV Altenholz sogar noch einen schlagbaren Gegner. Das Problem aber war: Das Pokalspiel kollidierte mit dem Champions Cup - und alle Verhandlungen, das Wochenende zu entzerren, schlugen fehl.
Dessau-Roßlau hatte dem TSV Altenholz viele Brücken gebaut. Die Norddeutschen gingen über keine einzige. Das Ergebnis ist, dass der DRHV am Freitag, 18 Uhr, in der Anhalt-Arena das Auftaktspiel des Champions Cups gegen den dänische Erstligisten Skjern Handball bestreitet, bei einer Niederlage am Sonnabend, 16 Uhr, in Weißenfels zum zweiten Vorrundenspiel antreten muss, um 20.30 Uhr in Dessau das DHB-Pokalspiel gegen Altenholz zu spielen. Zum Abschluss ist das Team am Sonntag im Platzierungsspiel des Champions Cups gefordert. Vier Spiele in weniger als 48 Stunden? Georgi Swiridenko weiß um das Dilemma - und hat deshalb entschieden, dass am Sonnabend kein Spieler der ersten Sieben die Tour nach Weißenfels antritt. "Wir mussten Prioritäten setzen."
Der TSV Altenholz ist eine Unbekannte. "Wir haben kein aktuelles Video und nur sehr wenige Informationen", klagt Swiridenko. Vergangene Saison lieferten sich der Dessau-Roßlauer HV und der TSV Altenholz in der zweiten Liga bis zum letzten Spieltag einen Zweikampf um den Relegationsplatz 10. In den direkten Duellen blieb Dessau-Roßlau sieglos. In Altenholz gab es eine deutliche 27:34-Pleite. In der heimischen Anhalt-Arena kam Dessau-Roßlau trotz einer 24:21-Führung drei Minuten vor Schluss über ein 24:24 nicht hinaus. Es war der Anfang vom Ende. Für die eingleisige zweite Liga. Für Trainer Peter Pysall.
Sieben Spieler haben Altenholz nach dem Abstieg verlassen. Darunter sind Leistungsträger wie Spielmacher Moritz Weltgen, die beiden Juniorennationalspieler Robert und Tom Wetzel und Rasmus Gersch. Trotzdem herrscht Optimismus in Altenholz. "Die Fluktuation ist groß. Wir dürfen erst einmal keine Wunderdinge erwarten", warnt zwar Trainer Torge Greve, um dann aber hinzuzufügen: "In zwei bis drei Jahren wollen wir wieder an der zweiten Liga anklopfen."
Acht Neuzugänge konnte Trainer Greve zum Trainingsstart begrüßen. Von Absteiger HSG Varel kam der 23-jährige Uwe Kalski. Von Flensburg-Handewitt II wurde der 18-jährige Jugend-Nationalspieler Max Lipp geholt. Von der HG 85 Köthen ging der 20-jährige Torwart Nick Weber in den hohen Norden. Altenholz bleibt seiner Maxime treu, auf Talente zu setzen.
"Wir müssen sehr vorsichtig in das Spiel gehen", warnt Swiridenko sein Team vor dem ersten Pflichtspielauftritt. Personell ist die Lage klar: Bis auf Daniel Holtz ist der Kader komplett. Der lange Verletzte Martin Pratersch soll zumindest auf der Bank sitzen.
Der Eintritt zum Pokalspiel am Sonnabend, 20.30 Uhr, kostet fünf Euro.
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