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Paragrafen-Posse stoppt Zweitliga-Karriere |
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Geschrieben von Kieler Nachrichten / ra
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23.02.2011 | 20:57 |
Paragrafen-Posse stoppt Zweitliga-Karriere
Böse Überraschung für Handballer Wegner zum 18. Geburtstag
Von Ralf Abratis
Kronshagen. Bis zum Herbst des vergangenen
Jahres verlief die Handball-
Karriere von Mathis Wegner wie
im Bilderbuch: Torschützenkönig der
A-Jugend-Regionalliga, mit 17 Jahren
Führungsspieler in der A-Jugend
des TSV Kronshagen und Neuzugang
beim Zweitligisten TSV Altenholz.
Die Trainer Ingo Hellmund (TSVK)
und Torge Greve (TSVA) hatten diesen
Deal ausgeheckt, um das besondere
Talent des Gymnasiasten zu fördern.
Und es hätte auch ein Modell
für die nationale Nachwuchsförderung
werden können, wenn Wegner
nicht einen verhängnisvollen Fehler
begangen hätte – er wurde 18.
Damit
verfing er sich im Paragrafen-
Dschungel der Passvergabe, musste
seine Spielaktivitäten monatelang
auf Eis und die Zweitliga-Ambitionen
zumindest für diese Saison zu
den Akten legen.
Zum Saisonbeginn war noch alles
problemlos: Mit 17 Jahren durfte Mathis
Wegner in der TSVK-Jugend und
der TSVA-Zweitliga auflaufen. Das
änderte sich mit dem Erreichen der
Volljährigkeit am 25. September.
Denn ein Jugendlicher ist nach den
Statuten etwas anderes als ein erwachsener
Jugendspieler. Während
er im ersteren Fall von seinem
Stammverein (Kronshagen) für den
Erwachsenenbereich an Altenholz
ausgeliehen werden konnte, fordert
die Handball-Bundesliga (HBL) für
alle erwachsenen Spieler ab deren
dritten Einsatz in der Ersten oder
Zweiten Liga zwingend einen Vertrag.
Das aber verlangt auch eine Vereinszugehörigkeit
zum TSV Altenholz.
Also wechselte Mathis Wegner
am 14. Oktober die Seiten und ließ
sich nun für den TSV Kronshagen
ausleihen. Ein HBL-Spielerpass mit
entsprechendem Zweifachspielrecht
wurde ausgestellt. Der Haken an der
Sache: Dieses Zweifachspielrecht
galt nur für den Erwachsenenbereich,
für den Jugendsektor war die
Übertragung nicht möglich.
Das war aber den Vereinen nicht
bekannt. Und so kam die Erkenntnis
für den TSVK umso schmerzlicher,
als drei erfolgreiche Jugend-Spiele
wegen des Einsatzes von Wegner in
Niederlagen verwandelt wurden. Der
Nordostdeutsche Handball-Verband
(NOHV) teilte zudem mit, dass er es
nicht als Aufgabe der spielleitenden
Stelle ansehe zu überprüfen, ob das
Zweifachspielrecht zu Recht eingetragen
worden wäre. Genau das kritisiert
Mathis‘ Vater, Manfred Wegner:
„Es gab von Verbandsseite keinerlei
Beratung. Und als das Kind in den
Brunnen gefallen war, haben die Verbände
auch die Kann-Bestimmungen
stets gegen Mathis ausgelegt.“ Im Detail
heißt das, Mathis Wegner musste
acht Wochen lang pausieren, bevor er
einen Vereinsrückwechsel zum TSVK
vollzogen hatte.
Der E-Mail-Verkehr zwischen Verein,
dem Deutschen Handball-Bund
und der HBL sorgte schließlich für
komplette Verwirrung. Während der
DHB die Auffassung vertrat, dass
Wegner als Kader-Athlet sehr wohl
als erwachsener Jugendspieler des
TSVK beim TSV Altenholz hätte
spielen dürfen, widersprach HBLJustitiar
Andreas Thiel dieser Auffassung.
Aus seiner Sicht hätte Wegner
unter Verzicht auf Jugendeinsätze
beim TSVK bis zum 16. Februar
wieder zum TSV Altenholz wechseln
müssen, um in der Zweiten Liga zum
Einsatz kommen zu können. Garantien,
dass dieser Wechsel allerdings
Einsprüchen standhalten würde,
wollte Thiel indes nicht geben. So
muss Wegner nun vorerst auf weitere
Zweitliga-Spiele verzichten.
Quelle: Kieler Nachrichten / ra
www.kn-epaper.de
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