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Schwartau wirbt Greve vom TSVA ab | Drucken |
Geschrieben von Kieler Nachrichten / Ralf Abratis   
31.01.2012 | 12:39
Schwartau wirbt Greve vom TSVA ab

Altenholz. Paukenschlag beim Handball- Drittligisten TSV Altenholz: Völlig überraschend hat Trainer Torge Greve seinen Posten abgegeben und wechselt zum Zweitligisten VfL Bad Schwartau. Am Sonnabend feierte der 36-Jährige noch mit dem TSVA den Sieg über den SC Magdeburg II, am Sonntag führte er ein Gespräch mit dem TSVA-Teamverantwortlichen Peter Linke, und gestern leitete er bereits das Training beim VfL. Die Entwicklung hat in der vergangenen Woche Fahrt aufgenommen, nachdem Tobias Schröder beim VfL aus familiären Gründen seinen Trainerposten zur Verfügung gestellt hatte. „Schwartau ist dann auf mich zugekommen und hat mir ein Angebot gemacht“, berichtete Greve, den die sportliche Herausforderung beim Tabellen-Vorletzten der Zweiten Liga reizt, der aber schweren Herzens den TSVA verlässt, bei dem er zunächst als Spieler und seit November 2009 auch als Trainer aktiv war. „Ich bin dem TSV Altenholz sehr dankbar, hier als Trainer wirken zu können. Aber ich glaube, dass mich die Arbeit in Schwartau persönlich in meiner Trainerlaufbahn weiter voran bringen wird.“ Er sei froh dem Verein eine intakte Mannschaft übergeben zu können, so Greve, der sich aufgrund der überschlagenden Ereignisse nicht mehr von der Mannschaft verabschieden konnte. Neben Peter Linke hatte er aber noch Co-Trainer Dirk Elvers und die beiden Mannschaftsführer Florian Hossner und Sebastian Opderbeck informiert. „Ich bin aus allen Wolken gefallen. Das ist nicht schön für Altenholz, aber toll für Torge. Ich freue mich für ihn, denn es ist auch eine Wertschätzung seiner Arbeit“, sagte Dirk Elvers, der interimsweise das Training übernehmen wird. „Dauerhaft stehe ich aber nicht zur Verfügung. Mein Beruf geht vor.“ Damit steht Peter Linke vor der schweren Aufgabe, einen neuen Verantwortlichen für das Team finden zu müssen, nachdem die Mannschaft zu dieser Saison einen kompletten Umbruch erlebte, inzwischen aber zu einer Einheit gewachsen ist. „Ich habe natürlich versucht, Torge zu halten. Aber er wollte diese Chance nutzen, und die will ich ihm nicht verbauen. Das habe ich bei niemandem gemacht“, so Linke. Erste Kontakte mit potenziellen Nachfolgern für Greve wollte Linke gestern aufnehmen. Dass schon in dieser Woche jemand gefunden wird, glaubt er allerdings nicht, so dass vorerst Dirk Elvers die Mannschaft auf das Spiel beim Oranienburger HC einschwören wird. „Total überrascht“ seien sie, sagten Hossner und Opderbeck. „Das ist sehr schade, denn es hat zwischen Torge und der Mannschaft menschlich und sportlich gepasst. Ich hoffe, die Mannschaft nimmt das gut auf. Aber wir sollten gefestigt genug sein“, sagte Hossner, der sich aber wie Opderbeck für Greve freute. „Der Entschluss ist nachvollziehbar. Es ist die Chance, um als Halbprofi Fuß zu fassen. Für uns ist das eine schwere Situation, an der wir wachsen müssen“, so Opderbeck. +++

Kommentar Ralf Abratis:
Sympathieträger
STANDPUNKT
Der Trainer geht völlig überraschend und lässt eine geschockte Mannschaft zurück. Doch die Verantwortlichen hegen keinen Groll, sondern freuen sich mit dem Scheidenden über seine neue Chance. Es gibt wohl kein größeres Lob, das Torge Greve nach seinem Abschied vom Handball- Drittligisten TSV Altenholz bekommen könnte. Der Ruf vom Zweitligisten Bad Schwartau beweist seine hohe Reputation, die er sich in zwei Jahren als Trainer erarbeitet hat; die guten Wünsche aus Altenholz zeigen die Wertschätzung, die ihm auch persönlich entgegen gebracht wird. Es gehört zum Selbstverständnis des TSV Altenholz, der sich als Ausbildungsteam versteht, dass er seinen Spielern – und nun auch seinem Trainer – keine Steine in den Weg legt, wenn größere Aufgaben warten. Das Sprungbrett Altenholz hat schon viele in höhere Sphären katapultiert, die Mannschaft selbst musste zurückstecken. Damit konnte der Club zwar nie ganz oben anklopfen, ist aber lange in der Zweiten und nun in der Dritten Liga gut mitgeschwommen. Verfolgt der TSVA diese Linie weiter, wird er sich auch in Zukunft mit dieser Rolle begnügen müssen. Aber vielleicht ist gerade das die Chance, um im Schatten des großen THW bestehen zu können. Altenholz ist der Sympathieträger im gutklassigen Handball- Sport, und junge hungrige Spieler kommen gern hierher, wohlwissend, dass sie eine gute Ausbildung erhalten, ohne verbrannt zu werden. ra

Quelle: Kieler Nachrichten
www.kn-epaper.de
 

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